KAY RAY SHOW | Stand up-Comedy

KAY RAY-ORKAN TOBT DURCH LAGE Provokant, laut, schrill, schräg! Das sind seine Markenzeichen, und zwar „seit immer schon“. Die Hamburger Kiezgröße Kay Ray ist bundesweit bekannt für „immer ordentlich auf die Zwölf“. Unseren etwa 120 Gästen lieferte Kay Ray ein wahres Feuerwerk kleinerer und größerer Gemeinheiten und ja, auch Geschmacklosigkeiten, wie einige wenige Zuschauer leicht […]

KAY RAY-ORKAN TOBT DURCH LAGE

Provokant, laut, schrill, schräg!

Das sind seine Markenzeichen, und zwar „seit immer schon“. Die Hamburger Kiezgröße Kay Ray ist bundesweit bekannt für „immer ordentlich auf die Zwölf“. Unseren etwa 120 Gästen lieferte Kay Ray ein wahres Feuerwerk kleinerer und größerer Gemeinheiten und ja, auch Geschmacklosigkeiten, wie einige wenige Zuschauer leicht betreten bemerkten. So IST er eben, und man muss seine Gesamt-Performance als eine Art fulminante Aufforderung zur Sprachfreiheit in Zeiten gesellschaftlicher Hypersensibilitäten verstehen können.

Kay kam mit seiner Tourmanagerin Yvonne am Sonntag Nachmittag, 18.10.2026, blass und gesundheitlich sichtlich angeschlagen bei uns an. Sogleich baten sie uns um ein bekanntes Erkältungsmittel aus einer Notdienst-Apotheke (nein, nicht aus der „Mamba-Apotheke“ in Bielefeld!), damit Kays Zustand sich schnell verbessern könne. Birgit aus dem OrgaTeam fuhr bereitwillig los und ergatterte es für ihn. Der Soundcheck begeisterte Kay indes. Die Kommunikation mit Meik über die notwendigen Einspieler lief perfekt, so dass Kay ihm durch den noch leeren Saal zurief, er „liebe es, mit Profis zu arbeiten“! Junge, das ging runter, wie Öl.

Mit einer guten Viertelstunde Verspätung taucht Kay endlich mit seinem anbetungswürdig professionellen Paradiesvogel-Make-Up bestens gelaunt wieder auf. Er entfacht seine volle Durchschlagskraft von Minute 1 an – mit Wumms und ohne Wenn und Aber. Direkt zu Anfang brüllt er seine grundsätzliche Forderung ins Publikum:

 

„Wir müssen endlich lernen, wieder etwas zu ertragen!“

Dazu stampft er wütend auf, wie ein trotziger Kobold. Ab sofort bürstet er mit fiesen Verbalinjurien und Unanständigkeiten aller Arten wie ein Orkan über uns hinweg. Die Zuschauer in der ersten Reihe beleidigt er gleich mal mit gespielter Todesverachtung als „lauter Fette“, die sich doch wohl besser weiter hinten hätten platzieren sollen. Das Publikum gröhlt! Er macht sich schäbig über dämliche Radfahrer auf eisglatten Straßen im Winter lustig und kommt darüber auch direkt mit unserem Ehrengast in der ersten Reihe….na sagen wir mal…„ins Gespräch“, dessen authentischen Verteidigungsversuch der trollende Kay mit einem müden Handstrich beiseite wischt. Kay ist eben „Ententrainer“. Also Entertainer heißt es natürlich – im ureigenen, reinen Sinne und – ohne Message! Wirklich?

 

„Jeder darf genauso bescheuert wieder rausgehen, wie er reingekommen ist“

Kay Ray möchte uns „überhaupt nichts mitgeben“, so wie die meisten anderen Comedy-Kollegen, die er bis auf wenige Ausnahmen entwaffnend ehrlich „hasst“.

Es gibt mal lustige Albernheiten, aber vor allem Ordinäres und Vulgäres auf die Ohren, und zwar in beeindruckender Schlagzahl. Zarter besaiteten Menschen treibt dieser Provokationshumor durchgängig die Schamesröte in die Wangen und die innere Empörung über Kays „vulgär-touretteartige“ Ausdrucksweise kann auch durchaus mal die Oberhand gewinnen. Wenn man allerdings seine eigene „Hyperdoppelmoralinsäure“ selbst in den Griff bekommen kann, treibt es einem auch gleichzeitig die Lachtränen in die Augen und man genießt quasi seine eigene, verklemmte Schnappatmung.

 

Die Show lebt vom Kontrast

Wie im echten Leben, mischen sich auch ernsthafte, zarte und nachdenkliche Töne ins Programm, besonders in Teil 2. Kay singt nämlich auch sehr eindrucksvoll und nimmt Texte von Liedermachern früherer Zeit auf. Mal hat es eine Leichtigkeit, dann wieder ist es politisch und gesellschaftskritisch. Wir wundern und freuen uns über Kays Vielschichtigkeit.

Ja, das Publikum mag natürlich eine Zugabe!
Diese beginnt überraschend leise und sehr persönlich. Auf seinem Barhocker sitzend lässt Kay einen ungewohnt schwermütigen Blick durch die Reihen schweifen. Mittlerweile ist sein buntes Make up ein wenig angegriffen – genau wie er selbst sich uns nun auch präsentiert. Als wären wir 120 Menschen sehr gut mit ihm bekannt und vertraut, erzählt er frei heraus, wie die privaten Schicksalsschläge des vergangenen Jahres sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt haben. Und wie sein Freund Borris Brandt die Fanszene um Spenden für ihn gebeten hat. Und wie die Fans durch ihre kleinen und größeren Beiträge ihm tatsächlich einige auftrittsfreie Monate ermöglicht haben, damit er sich um seine schwer erkrankte Frau, die Tochter und den Hund kümmern konnte. Einige Jahre zuvor war er es, der keine denkbare Krankheit ausgelassen hatte, nun muss und will er für seine Familie stark sein.
Wir erfassen es immer besser. Dieser Mann ist äußerst leidgeprüft und zieht sich trotzdem jeden Abend am eigenen Schopf aus der Misere. Die Bühne ist sein Kraftquell. Ohne die ganze Energie seiner Fans ginge er ein, wie eine Primel, beteuert er rührend – und sieht nun so ganz anders aus, als noch Minuten zuvor.

Nach diesem ungewohnt authentischen Einblick rappelt er sich nochmal hoch, bringt uns mit einigen lustigen Bildern und Kommentaren wieder den schrägen Spaß zurück. Unglaublich. Wir feiern ihn nochmals richtig ab für seinen ungewöhnlichen Stil. Für seine Kraft und seinen riesengroßen Mut.

 

Nach der Pause weg…

…war verständlicherweise auch eine kleine Anzahl Zuschauer – das ist ein durchaus bekanntes Phänomen in der Kay Ray Show. Auch aus den eigenen Reihen erreichte uns das eine oder andere kritischere Wort. Erstaunlicherweise schmerzt den Künstler jeder einzelne aus dem Programm Entschwundene trotzdem noch. Als fühle er seine Art, unser Denken und Sprechen mit der Machete aus dem Verbotsdschungel zu befreien, missverstanden. Und das tut eben weh.

Unsere kleine After Show-Runde sah dem abgekämpften Bühnenhelden durch das leicht verwischte Make up hindurch geradewegs in die ehrlichen Augen. Im Programm nach Kräften Faustschläge in jede sich bietende Magengrube und unter jede Gürtellinie verteilend, möchte er selbst gern auf eine fast kindliche Weise so angenommen werden, wie er ist: provokant, schrill, laut, schräg – und bei alldem als eine liebe Seele. Auch wenn es sich auf, vor und hinter der Bühne nicht jedem erschließt: Kay besitzt genau die Sensibilität, die jeden wahren Künstler auszeichnet. Danke, ihr lieben Zuschauer, dass ihr Kay sehen und (an)erkennen könnt!

 

Allround-Service & Einlasslächeln:
Birgit, Marianne, Volker

Tonkunst & Lichtzauber
Meik, Michael

Eventküche & Moderation
Astrid

Wir bedanken uns beim liebenswerten Gastroteam vom Ellernkrug! Ludmila, ihr wart alle ganz fantastisch!