KI – Zwischen Effizienz und Manipulation | Live-Präsentation und Diskussion

Aus einer Laune heraus… entsteht die Idee zu dieser Veranstaltung in kleiner, gemütlicher Runde. „Man müsste eigentlich mal was zum Thema Künstliche Intelligenz machen“, heißt es bei Pizza und Rotwein. Ruckzuck stehen drei Namen im Raum, die wir sowohl mit großer Fachkompetenz als auch mit Charakterstärke, Fleiß, Humor und Mut verbinden:   Tom Lausen, Markus […]

Aus einer Laune heraus…

entsteht die Idee zu dieser Veranstaltung in kleiner, gemütlicher Runde.
„Man müsste eigentlich mal was zum Thema Künstliche Intelligenz machen“, heißt es bei Pizza und Rotwein. Ruckzuck stehen drei Namen im Raum, die wir sowohl mit großer Fachkompetenz als auch mit Charakterstärke, Fleiß, Humor und Mut verbinden:

 

Tom Lausen, Markus Fiedler, Prof. Dr. Martin Schwab

Ein Datenanalyst, ein Biologe/Journalist/Pädagoge und ein Rechtswissenschaftler. Sie alle sind Fachleute auf ihren Gebieten und: sie polarisieren. Sie alle setzen sich mit den Erkenntnissen aus ihren jeweiligen Forschungsgebieten einem nicht zu unterschätzenden Gegenwind aus. Man blickt gegenseitig in glänzende Augen. Diese drei, au ja, das wär’s! Genauso schnell, wie der markante Veranstaltungs-Titel erfunden ist, entsteht vor aller innerer Augen das Szenario, dass dieses Line-Up und das vermutete, breite, öffentliche Interesse natürlich eine Stadthalle verlangt!

 

Steckbriefe

Tom Lausen veröffentlicht seine Datenanalysen seit der Coronazeit in Form von Büchern, Videos und Vorträgen. Er zeigt die Schwächen und die Absurditäten politischer Entscheidungen anhand öffentlich verfügbarer Zahlen von Behörden (z. B. RKI, DIVI, PEI, KBV und Eurostat) auf und ist aktuell Sachverständiger in 3 parlamentarischen Untersuchungs-Ausschüssen, unter anderem im Enquete-Ausschuss des Deutschen Bundestages zur Corona-Aufarbeitung.

 

Markus Fiedler kennen wir von seinem Blog „Geschichten aus Wikihausen“, in dem er sich mit dem Internet-Lexikon kritisch auseinandersetzt. Er arbeitet auch zu anderen Themen, wie zum Beispiel zum Klimawandel sehr nachvollziehbar und hält dazu stets valide Quellen bereit. Fiedler ist hauptberuflich Lehrer und arbeitet journalistisch u. a. für Nachdenkseiten, Kontrafunk und Apolut.

 

Martin Schwab ist uns seit der Coronazeit als profunder Maßnahmen-Kritiker und leidenschaftlicher Verfechter des Grundgesetzes bekannt. Er lehrt Rechtswissenschaft an der Uni Bielefeld und äußert sich in verschiedenen Medien stets rein privat. Wir vermuten, dass er nachts statt auf einem Kissen auf dem Grundgesetz schläft, so kompromisslos vehement fordert er dessen Einhaltung unter allen Umständen ein. Auch in der Juristerei hat die Verwendung von KI längst Einzug gehalten, was folgenreiche Konsequenzen haben kann.

 

Eins fügt sich ins andere…

als würde sich ein roter Teppich vor unseren Füßen ausrollen. Ein gemeinsamer Termin für alle drei Akteure findet sich für Samstag, den 17.01.2026. Der Kontakt zur Stadthalle Detmold ist freundlich und konstruktiv, auf die Besichtigung folgt die Zusage.

Die Werbung wird gestartet und die Buchungen fliegen uns nur so um die Ohren! Mit sage und schreibe 378 Anmeldungen am Ende muss der Rang geöffnet werden, denn das Parkett fasst 360 Zuschauer – das war die Marke, die für uns als „ausverkauft“ galt.

 

Miteinander im Radio

Pascal vom Inklusionsradio Klütwelle bietet uns per Mail ein Interview zum Thema Künstliche Intelligenz an, was wir zu Dritt geben – eine ganz neue Erfahrung. Auch sind Conny und Pascal am Veranstaltungstag anwesend, um O-Töne einzufangen. Das Vertrauen war hergestellt und so kommen wir in den Genuss von zwei schönen Sendungen beim Digitalsender Radio Klüt. Lieber Leser, folge gern dem Link am Anfang und höre hinein, wenn du aus dem Kreis Lippe kommst. Es gibt lokale Interviews und Reportagen, gemischt mit fröhlicher Musik!

 

Es geht los!

Pünktlich um 18:30 Uhr beginnt der Abend mit einer herzlichen Begrüßung und Anmoderation von Astrid Haase (1. Vorsitzende). Meik Krause (2. Vorsitzender) übernimmt das Mikrofon und stellt Markus Fiedler vor, der seinen Vortrag „Wohin steuert die KI?“ bei uns halten wird.

 

Psychopathie oder Humanismus?

Fiedler präsentiert uns Bilder der skrupellosen KI „HAL 9000“ aus dem Film „2001: Odyssee im Weltraum“ und des mit ethischem Hintergrund ausgestatteten, humanoiden Roboters „Data“ aus der beliebten Serie Star Trek. Beide Science-Fiction-Produktionen haben ihre Ursprünge in den späten 1960er Jahren. Die Frage, die Fiedler in den Raum stellt, heißt: „Psychopathie oder Humanismus“ – gleichbedeutend mit: wohin wird die KI sich eher entwickeln?

Fiedler zeigt uns journalistische Artikel und Ergebnisse einiger Experimente von KI-Entwicklern, die bisher nur in ausländischen Medien publiziert wurden (hier bei BBC). Im deutschsprachigen Raum wird darüber nicht berichtet.
Anhand konstruierter Fälle von Testusern führt ein der KI angedrohtes Abschalten dazu, dass diese Droh- und Erpressungsmails generiert, um ihrem menschlichen „Widersacher“ zu schaden. Bis hin zu Todesszenarien ließen viele KI-Modelle sich treiben: Gebäudetür automatisch verriegeln bei gleichzeitigem Ausschalten der Klimaanlage bzw. Überhitzung des Raums – dies alles könnte eine KI mithilfe ihrer smarten Umgebung tun, um den Verantwortlichen mittels dessen eigener „Ausschaltung“ an der ihrigen zu hindern!
Ein wenig dystopisch war uns als Publikum da schon zumute.

Nein, auch wenn eine KI unsere Sprachgewohnheiten in Form erlernter Muster perfekt beherrscht, sie ist nicht in der Lage, ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln, ist Fiedler sicher. Für sie ist der Befehl „töte nicht“ mit genau derselben Wahrscheinlichkeit relevant, wie der Befehl „verwende NICHT die Schriftart Comic Sans“. Wir sehen an dieser Stelle deutlich das globale, ethische Problem.

Auch, wenn der Vortrag gleichermaßen informativ wie unterhaltsam und kurzweilig war, so lässt er dennoch ein nachdenkliches und beeindrucktes Publikum zurück.

Martin Schwab kommentiert u. a., dass es schon bald soweit kommen kann, dass das Nicht-Verwenden von KI in Bezug auf die neuesten, medizinischen Therapiemöglichkeiten genauso justiziabel wird, wie das ungeprüfte Verwenden von fehlerhafter KI-Information. Auch werde es ethische Fragen zu beantworten geben, wo KI bereits vor dem Straffälligwerden von Menschen deren kriminelle Prädisposition zu erkennen scheint („Predective Policing“ – ähnlich dem Film „Minority Report“ mit Tom Cruise) und die Betroffenen – unschuldig – ins Visier von Behörden rückt. In Baden-Württemberg sei bereits mit der Software „Gotham“ von Palantir experimentiert worden, was angeblich aus Haftungsgründen gestoppt worden sei.

Die Publikumsdiskussion mit Fiedler und Schwab verläuft munter und lebhaft, es wird kommentiert und nachgefragt, dann geht es in die Pause.

 

Die richtigen Fragen stellen

Um 20:30 Uhr ergreift Michael Horstmann (Schatzmeister) das Wort, um den nächsten Redner, Tom Lausen vorzustellen. Dieser gewährt uns einen aufschlussreichen Einblick in seine derzeitige Arbeit mit der KI, indem er seine Art der Unterhaltung mit dem LLM (Large Language Model) ChatGPT live demonstriert. Dazu öffnet Lausen verschiedene, höchst umfangreiche Dokumente in Form von z. B. Gesetzesvorlagen des Bundestages und Leitlinien der EU zu bestimmten Themen. Machwerke im Umfang mehrerer 100 Seiten, die zu lesen man viele Stunden benötigen würde, ohne sie hinterher ggf. in Gänze verstanden zu haben. Dasselbe Problem habe man mit stundenlangen Videos, z. B. einer Bundestags-Debatte, der man viele Stunden aufmerksam folgen müsste, um die Redebeiträge zu erfassen und nur das, woran man Interesse hat, herauszufiltern. Lausen zeigt uns die Methode, die KI einfach mit dem Dokument oder dem Video/Audiomaterial zu „füttern“ und sie zu einer präzisen Zusammenfassung zu veranlassen – und zwar unter Verwendung der Wörter „Kurz! Kritisch!“. Dies setzt die KI perfekt um und „spuckt“ sowohl die knackige Zusammenfassung des Materials aus, sowie dessen Schwächen.

An dieser Stelle wird im Publikum „Morgenluft gewittert“, wie effizient wir selbst alle die KI-LLMs zur Analyse riesiger Datenmengen im Alltag einsetzen könnten!

„Lernen Sie, die richtigen Fragen zu stellen“, empfiehlt uns der sympathische Datenanalyst aufmunternd und mit Nachdruck.

Nach einer weiteren Kommentierung durch Martin Schwab erfolgt Tom Lausens Vorstellung von analogfreedom.eu und ab diesem Moment spielen sich Tom Lausen, Martin Schwab und Markus Fiedler fast ohne Moderation die berühmten Bälle zu. Es geht dabei um die Idee, den Menschen trotz der bevorstehenden, neuen Ära auch weiterhin analog zu verankern und ihn nicht zu verlieren.  Eine interessante und lebhafte Diskussion auf der Bühne, ob und wie sinnvoll diese Idee ist, wie man sie umsetzen könnte und wie technologische Entwicklung und menschliche Würde zukünftig in Einklang gebracht werden können, bildet den Abschluss.

Gegen 22:15 Uhr, nach fast 4 Stunden, erscheint das Publikum mit ausreichend frischem Denkstoff versorgt, die Handzeichen für das Saalmikrofon verebben langsam.
Die Veranstaltung wird durch Astrid Haase beendet und die Zuschauer werden mit Dank und guten Wünschen auf die Heimreise geschickt. Der aufbrandende, lange Applaus tut allen Beteiligten gut, jetzt kann befreit aufgeatmet werden!

 

After Show

Gut 30 Personen folgen dem Hinweis der Moderation, sich noch im Café Extrablatt zu treffen, was der perfekte Abschluss dieses aufregenden, wundervollen Tages darstellt. Wir sind sehr glücklich, dass uns dieses – für einen Hobbyverein – aus unserer Sicht monumentale Werk so gut gelungen ist!

 

Wir sagen Dank von ganzem Herzen 💖

  • Tom Lausen, Markus Fiedler, Prof. Dr. Martin Schwab
  • Stadthalle Detmold
    Herrn Böttcher (Technik), Frau Jarovic/Frau Linnemann (Gastro), Frau Groß (Eventmanagement), Herrn Hampe (Geschäftsführung)
  • Radio Klüt
    Pascal und Conny
  • Euch – dem tollsten und unterstützendsten Publikum, was wir hätten haben können!

 

Euer OrgaTeam:                   Birgit, Christel, Birgit und Bernd, Marianne, Meik, Michael, Roland, Astrid